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Wohlbefinden am Bildschirm

Computer-Vision-Syndrom: Ursachen und was gegen Augenbeschwerden am Bildschirm hilft

Trockene Augen, verschwommenes Sehen, Kopfschmerzen und Nackenverspannungen können zum Computer-Vision-Syndrom gehören. Erfahren Sie, warum Bildschirmarbeit unangenehm werden kann und was hilft.

Was das Computer-Vision-Syndrom bedeutet

Das Computer-Vision-Syndrom (CVS), auch Augenbelastung durch Bildschirmarbeit genannt, umfasst Beschwerden, die mit längerer Nutzung von Computern, Smartphones, Tablets und anderen Bildschirmen zusammenhängen. Der Begriff beschreibt ein Muster von Beschwerden, keine einzelne Augenerkrankung mit nur einer Ursache. Die American Optometric Association (AOA) zählt dazu unter anderem überanstrengte Augen, Kopfschmerzen, verschwommenes Sehen, trockene Augen sowie Nacken- oder Schulterschmerzen. Zur AOA-Übersicht über das Computer-Vision-Syndrom (auf Englisch).

Diese Beschwerden können unterschiedliche Ursachen haben. Brennen oder ein Fremdkörpergefühl kann mit dem Tränenfilm zusammenhängen. Verschwommenes Sehen oder Schwierigkeiten beim erneuten Scharfstellen können durch die Anforderungen der Naharbeit oder eine ungeeignete Brillenstärke entstehen. Nackenbeschwerden können auftreten, wenn Sie sich zum Bildschirm vorbeugen oder den Kopf ungünstig halten. An einem Arbeitstag können mehrere Faktoren zusammenkommen. Aus den Symptomen allein lässt sich nicht erkennen, welche davon hinter den Beschwerden stecken.

Trockene Augen und das Computer-Vision-Syndrom können gleichzeitig auftreten, bezeichnen aber nicht dasselbe. Trockene Augen betreffen den Tränenfilm und die Augenoberfläche. Augenbelastung durch Bildschirmarbeit umfasst darüber hinaus Augen- und Sehbeschwerden sowie körperliche Beschwerden bei der Bildschirmnutzung. Vergleichen Sie trockene Augen und Augenbelastung.

Auch beim Gaming können die gleichen Bildschirmbeschwerden auftreten. Unser Gaming-Ratgeber zeigt, wie Pausen zu unterschiedlichen Spielen passen und wie Erinnerungen während des Spielens helfen können. Lesen Sie mehr über Augenbelastung beim Gaming.

Warum Bildschirmarbeit unangenehm werden kann

Konzentrierte Bildschirmarbeit beansprucht Augen und Körper auf verschiedene Weise. Die Abbildung zeigt drei häufige Einflussfaktoren; sie treffen nicht alle auf jeden Menschen zu.

Drei Bildfelder zeigen ein Auge bei der Bildschirmarbeit, den Blick auf einen nahen Monitor und eine Person, die sich am Schreibtisch nach vorne beugt.
  • Blinzeln und Tränen
  • Nahsehen
  • Haltung und Arbeitsplatz

Augenbelastung am Bildschirm kann mit der Augenoberfläche, der Naharbeit und der Gestaltung des Arbeitsplatzes zusammenhängen.

Blinzeln und Tränenfilm

Bei jedem vollständigen Lidschlag verteilt sich ein frischer Tränenfilm über das Auge. Er hält die Oberfläche glatt und angenehm und trägt zu klarem Sehen bei. Wenn Sie seltener oder unvollständig blinzeln, können Teile der Augenoberfläche zwischen zwei Lidschlägen länger unbedeckt bleiben. Trockene Luft und Luftzug im Gesicht können die Beschwerden verstärken. So erklärt das National Eye Institute Tränen und Blinzeln (auf Englisch).

Scharfstellen in der Nähe und klares Sehen

Beim Lesen auf einem nahen Bildschirm müssen die Augen auf kurze Distanz scharfstellen und gemeinsam kleine Details erfassen. Sehr kleine Schrift, ein zu weit entfernter Bildschirm, Spiegelungen oder eine Brille, die nicht auf den tatsächlichen Arbeitsabstand abgestimmt ist, können das erschweren. Laut AOA können auch Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung, altersbedingte Veränderungen beim Nahsehen sowie Schwierigkeiten beim Scharfstellen oder beim Zusammenspiel der Augen beitragen. Auch Lesen auf Papier ist Naharbeit: Nicht jede Beschwerde wird also vom Bildschirm selbst verursacht. Lesen Sie, was die AOA über Anforderungen an das Sehen und passende Brillen schreibt (auf Englisch).

Arbeitsplatz und Körperhaltung

Spiegelt sich ein helles Fenster im Bildschirm, steht der Monitor zu hoch oder ist die Schrift so klein, dass Sie sich vorbeugen müssen, verändert das Ihre Sitzhaltung. Die dadurch entstehenden Verspannungen in Nacken und Schultern können Teil derselben Beschwerden bei der Bildschirmarbeit sein. Ein umfangreicher Bericht der Tear Film & Ocular Surface Society beschreibt Augenbelastung durch Bildschirmarbeit ebenfalls als Zusammenspiel mehrerer Faktoren: Tätigkeit, Sehbedingungen, Blinzeln und Augenoberfläche. Lesen Sie den TFOS-Bericht zum Einfluss digitaler Umgebungen auf die Augen (auf Englisch).

Was die Beschwerden verstärken kann

Wie sich Bildschirmarbeit anfühlt, kann von Tag zu Tag verschieden sein. Lange Phasen ohne Blickwechsel in die Ferne, anspruchsvolle Lektüre, Kontaktlinsen, trockene Raumluft oder ein Ventilator, der ins Gesicht bläst, können einen Unterschied machen. Auch bereits bestehende trockene Augen oder eine Brille, die nicht zum Abstand des Computermonitors passt, können eine Rolle spielen. Deshalb erklärt weder ein einzelner Wert der Blinzelrate noch die gesamte Bildschirmzeit alle Beschwerden. Lesen Sie den NEI-Überblick zu trockenen Augen (auf Englisch).

In einer Studie untersuchten Forscher 171 Büroangestellte mit und ohne Kontaktlinsen, die unterschiedlich viel am Computer arbeiteten. Kontaktlinsenträgerinnen und -träger, die täglich mindestens vier Stunden am Bildschirm verbrachten, hatten mehr Beschwerden als die Vergleichsgruppen. Außerdem maßen die Forscher bei ihnen eine geringere Höhe des Tränenmeniskus, also des Tränenstreifens am Unterlid. Die Gruppen wurden beobachtet und nicht zufällig zugeteilt. Die Studie zeigt daher einen Zusammenhang, kann aber nicht belegen, dass allein die Computerzeit die Unterschiede verursacht hat. Lesen Sie die Studie mit Büroangestellten (auf Englisch).

Achten Sie darauf, wann Beschwerden beginnen, was Sie gerade tun, ob sie nach einer Pause vom Bildschirm nachlassen und ob sie auch beim Lesen auf Papier oder bei anderer Naharbeit auftreten. Solche Beobachtungen sind hilfreicher, als jeden Kopfschmerz und jede Phase verschwommenen Sehens auf dieselbe Ursache zurückzuführen.

Bildschirmarbeit angenehmer gestalten

Wählen Sie die Anpassung, die zu Ihren tatsächlichen Beschwerden passt. Die folgenden Hinweise der AOA zu Bildschirmposition und Pausen sind ein Ausgangspunkt, keine starren Vorgaben für alle. Lesen Sie die AOA-Tipps für den Bildschirmarbeitsplatz (auf Englisch).

  • Machen Sie Text gut lesbar, ohne sich vorzubeugen. Vergrößern Sie Dokumente oder Webseiten per Zoom und prüfen Sie auch die Programme, die Sie am häufigsten nutzen – nicht nur eine einzelne Webseite.
  • Stellen Sie den Hauptmonitor in einem angenehmen Abstand auf; bei vielen Schreibtischarbeitsplätzen sind etwa 50 bis 70 cm zwischen Augen und Bildschirm ein guter Ausgangspunkt. Ein leicht gesenkter Blick zur Bildschirmmitte ist meist angenehmer als nach oben zu schauen. Stimmen Sie Stuhl, Bildschirm und Schriftgröße aufeinander ab.
  • Verringern Sie Spiegelungen und starke Helligkeitsunterschiede. Stellen Sie den Bildschirm um oder ändern Sie die Beleuchtung, damit sich Fenster oder Lampen nicht direkt darin spiegeln. Passen Sie die Bildschirmhelligkeit an den Raum an.
  • Wechseln Sie im Lauf des Tages öfter die Blickdistanz. Schauen Sie zwischendurch von der Naharbeit auf, blinzeln Sie sanft und vollständig und lockern Sie die Schultern. Nutzen Sie eine Bildschirmpause nicht einfach für den nächsten Bildschirm.
  • Achten Sie auf die Raumluft. Richten Sie Ventilator oder Lüftung so aus, dass der Luftstrom nicht auf Ihre Augen trifft. Wenn Sie Kontaktlinsen tragen oder öfter trockene Augen haben, sprechen Sie bei der Augenuntersuchung darüber.

Unser Ratgeber zur Bildschirmergonomie zeigt, wie Sie an Ihrem eigenen Arbeitsplatz Monitorposition, Lesbarkeit, Beleuchtung und Haltung prüfen. Prüfen Sie Ihren Arbeitsplatz am Bildschirm.

Warum die AOA die 20-20-20-Regel empfiehlt

Die American Optometric Association empfiehlt die 20-20-20-Regel: Schauen Sie nach jeweils 20 Minuten am Bildschirm für 20 Sekunden auf etwas, das etwa 6 Meter (20 Fuß) entfernt ist. Der Blick in die Ferne gibt Ihren Augen nach der Naharbeit Gelegenheit, sich neu einzustellen. Die Pause erinnert auch ans Blinzeln und hilft so, die Augenoberfläche feucht zu halten. Damit unterbrechen Sie längere Bildschirmphasen auf einfache Weise. Lesen Sie die AOA-Tipps zu Pausen und Blinzeln (auf Englisch). Mehr zur 20-20-20-Regel in unserem Ratgeber.

Wie BlinkEasy helfen kann

Bei konzentrierter Arbeit gehen zwei Gewohnheiten leicht verloren: regelmäßig und entspannt zu blinzeln und den Blick vom Bildschirm zu lösen. BlinkEasy erinnert Sie an beides. Mit Ihrer Webcam zeigt die Software Ihre Blinzelrate in Echtzeit und kann Sie ans Blinzeln erinnern, sobald sie unter den von Ihnen gewählten Zielwert sinkt. Jede Erinnerung lädt dazu ein, kurz innezuhalten und die Augenlider sanft und vollständig zu schließen.

Richten Sie Erinnerungen an Bildschirmpausen ein, damit regelmäßige Blicke in die Ferne zu Ihrem Alltag gehören – auch die oben beschriebene 20-20-20-Pause. In den Tagesberichten von BlinkEasy sehen Sie Ihre Blinzelrate, Bildschirmzeit und Pausen. So erkennen Sie Muster und können die Erinnerungen an Ihre Arbeitsweise anpassen. BlinkEasy entdecken.

Lassen Sie Ihre Augen umfassend untersuchen

Für angenehmere Bildschirmarbeit empfehlen wir auch eine umfassende Augenuntersuchung. Sprechen Sie in der Augenarztpraxis über Ihren üblichen Bildschirmabstand und darüber, welche Beschwerden Sie bei der Arbeit am Computer bemerken. Bei der Untersuchung lässt sich prüfen, ob Ihre Brillenstärke für diesen Abstand geeignet ist und wie gut Ihre Augen scharfstellen und zusammenarbeiten. Lesen Sie, welche Untersuchungen die AOA beim Computer-Vision-Syndrom beschreibt (auf Englisch).

Dabei kann auch geprüft werden, ob trockene Augen zu Ihren Beschwerden beitragen. Auf Grundlage des Befunds erhalten Sie passende Empfehlungen. Lesen Sie, welche Untersuchungen das National Eye Institute bei trockenen Augen beschreibt (auf Englisch).

Eine Augenärztin bespricht mit einem Patienten, der eine Brille in der Hand hält, seinen üblichen Bildschirmabstand.

Sprechen Sie bei einer umfassenden Augenuntersuchung über Ihre Brille und darüber, wie weit Sie üblicherweise vom Bildschirm entfernt sitzen.